Artischocken

Bild einer Artischocke

Was ist die Artischocke?

Die kultivierte Artischocke (Cynara scolymus syn. cardunculus) ähnelt ihrer wilden Vorfahrin, ist jedoch langlebiger als jene und bildet größere Blütenstände. Im ersten Jahr treibt die distelartige Pflanze eine Blattrosette, aus deren Mitte im zweiten Jahr der Blütentrieb sprießt. Geerntet wird der Blütenstand, dessen Schuppenblätter und Blütenboden („Artischockenherz“) das bei Gourmets begehrte Gemüse ausmachen.

Die im Mittelmeerraum beheimatete Artischocke wird seit dem Altertum als Gemüse- und Heilpflanze genutzt. Heute reicht das Anbaugebiet der Kulturpflanze vom östlichen Mittelmeer über Nordafrika bis nach Spanien. Die west- und mitteleuropäische Kulturgeschichte der Artischocke geht auf das 15. Jahrhundert zurück; später galt das in den Gärten des französischen Adels gezogene Edelgemüse als Zeichen für Vornehmheit. In Italien genießt man Artischocken gerne als Pizzabelag oder Antipasto; nördlich der Alpen gilt die Artischocke zumeist als luxuriöse Vorspeise.

Wie wirkt die Artischocke?

Tatsächlich ist es klug, Artischocken als ersten Gang zu reichen, weil das delikate Gemüse sowohl Appetit als auch Galle anregt. Für die verdauungsfördernde Wirkung der Artischocke sind vor allem Bitterstoffe verantwortlich.

Außerdem gewinnt die Artischocke zunehmend an Bedeutung bei der Arteriosklerose-Prophylaxe, denn sie senkt den Cholesterinspiegel: Zwar wird nach dem Genuss zunächst mehr Cholesterin ausgeschieden, jedoch erhöht sich der für die Gallensäuresynthese benötigte Umsatz, während gleichzeitig die Neubildung von Cholesterin in der Leber gehemmt wird. Aufgrund dieser Mechanismen sinkt der Cholesterinspiegel letztendlich, weil mehr Cholesterin verbraucht wird, als neu produziert werden kann.

Wie wird die Artischocke als Arznei verwendet?

Als rezeptfreie Lipidsenker und verdauungsfördernde Heilmittel gelten Frischsäfte, Tinkturen, Tees und Extrakte der Artischocke, wobei für die Droge die als Cynarae folium erhältlichen Blätter verarbeitet werden. Die wirksamen Bestandteile sind Bitterstoffe, Flavonoide und Phenolcarbonsäuren. Anwendungsgebiete sind Dyspepsie (Verdauungsstörungen im Oberbauch, Völlegefühl, Reizmagen), Dyslipidämie (erhöhter Serum-Cholesterol-Spiegel) sowie die Arteriosklerose-Prävention.

Für losen Tee (Artischockenblätter, Cynarae folium) gelten etwa sechs Gramm als Tagesdosis für Erwachsene. Anwendung und Dosierung fertiger Präparate sind der Packungsbeilage des jeweiligen Arzneimittels zu entnehmen.

Was ist vor der Einnahme von Arzneien mit Artischocke zu beachten?

Die Artischocke gehört zu den Korbblütlern (Asteraceae). Wer unter Allergien gegen andere Korbblütler leidet, ist deshalb gut beraten, Artischocken zunächst in geringen Mengen zu probieren und aus Artischockenblättern hergestellte Präparate nur dann anzuwenden, wenn zuvor keine allergische Reaktion aufgetreten ist.

Da Artischocken die Gallentätigkeit anregen, sind der Verzehr des Gemüses und die Einnahme der entsprechenden Heilmittel bei Gallenstauung (Cholestase) ausdrücklich nicht zu empfehlen. Vorsicht ist ebenfalls bei vorhandenen Gallensteinen und bei erkannter Gelbsucht (Ikterus) ratsam, da Letztere das Leitsymptom für verminderten Gallenabfluss ist.

Inhaltsstoffe der Artischocke

  • Kalzium
  • Eisen
  • Natrium
  • Vitamin A
  • Vitamin C
  • Wasser, Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Ballaststoffe

Wie schätzen professionelle Tester Präparate mit Artischocke ein?

Stiftung Warentest sieht die rezeptfreien Heilmittel generell wohlwollend, wobei sie sich auf eine Verlautbarung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte beruft. Gleichzeitig bemängelt die Stiftung das Fehlen sowohl einheitlicher Dosierungsstandards als auch moderner Wirksamkeitsstudien für Artischocke enthaltende Präparate. (1) Ökotest kam bereits im Jahr 2005 zu einer insgesamt positiven Einschätzung bei 47 getesteten Arzneien. (2)

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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

 

Quellenangaben

(1) Artischockenkapseln und andere Präparate bei Stiftung Warentest
(2) Artischockenpräparate bei Ökotest

Wichtiger Hinweis: Aufgrund von möglichen Wechselwirkungen wird darauf hingewiesen, dass bei Medikamenteneinnahme jede zusätzliche Verwendung auch von natürlichen Substanzen oder Nahrungsergänzungsmitteln mit dem Arzt abgestimmt werden sollte. Bitte weiterlesen..

Fragen und Kommentare

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